Profil
Route
Lenggries (679) – Bahnfahrt: Lenggries – München Hbf. – Nürnberg Hbf. – Erfurt Hbf. – Göttingen – Hannover Hbf. – Hannover (60), Abfahrt vom Hauptbahnhof
Länge
6,3 km (davon 5,8 km & 5 Höhenmeter in Hannover)
Fahrzeit
0 h 27 min
Reisezeit
0 h 40 min
Schnitt
13,8 km/h
Spitze
26,3 km/h
Höhenmeter
5 m
max. Höhe
679 m ü.NHN
Beschreibung
Auf dem Fahrrad passierte an dem Tag nicht mehr viel. Es blieb aber noch genug Zeit um auf dem Weg zum Bahnhof auf die nahegelegene Isarbrücke abzubiegen. Hitze und nahezu ungestörter Sonnenschein blieben auch an diesem Tag präsent.
In Lenggries wurde der Zug nach München Hbf. eine Stunde früher als theoretisch nötig genommen, da in München sonst fahrplanmäßig nur 15 min Umsteigezeit zur Verfügung gestanden hätten. Die wären angesichts der langen Wege zwischen den Bahnsteigen des Regionalverkehrs und des Fernverkehrs, die zudem baustellenbedingt verengt waren, bereits bei dichtem Gedränge sehr knapp geworden und bei einer Verspätung der Regionalbahn aus Lenggries zu knapp geworden. Der Zug von Lenggries nach München Hbf. verkehrte fahrplanmäßig, womit in München zunächst keine Hektik aufkam. In München wurde der gebuchte ICE nach Hannover zunächst mit 20 min. Verspätung an einem Gleis angezeigt. Etliche Minuten später verschwand diese Anzeige an dem Gleis. Der gebuchte ICE nach Hannover wurde dann an einem anderen Gleis angezeigt und dazu „Fahrt fällt aus“. Für die Sperrung der ICE-Strecke in Treuchtlingen konnte die Deutsche Bahn nichts. Dort war am Morgen im Bahnhof eine Bomde oder Bombenattrappe gefunden worden. Dadurch fielen einige Fernverkehrszüge aus, andere wurden bis Nürnberg umgeleitet. Im Fernverkehr wäre eine Weiterfahrt mit Fahrradmitnahme nach Hannover erst kurz nach Mitternacht möglich gewesen, weil in allen früher verkehrenden Zügen die Fahrradstellplätze ausgebucht waren. An dieser Stelle zeigte sich mal wieder der Unwillen der Deutschen Bahn zur Fahrradmitnahme im Fernverkehr, womit ausdrücklich nicht das Personal in Zügen und Bahnhöfen gemeint ist sondern die Führungsetage dieses Konzerns. Die Deutsche Bahn will nach wie vor keine Fahrradmitnahme im Fernverkehr und setzt daher nur widerwillig gerade so eben die diesbezüglichen Vorgaben der EU und der Schweiz um. Das erklärt die jeweils nur acht Fahrradstellplätze in jedem ICE und vor allem den Unwillen, durch Zugausfälle festsitzende Reisende mit Fahrradmitnahme im nächsten Zug zu befördern. Technisch ist das durchaus möglich ohne die Sicherheit im Zug zu gefährden oder langsamer fahren zu müssen. Dafür werden die Fahrräder der durch Zugausfälle festsitzenden Reisenden in ein leeres Sechserabteil gestellt, was dann verschlossen und jeweils erst kurz vor den Zielbahnhöfen wieder geöffnet wird. Das Personal im Reisecenter war hingegen hilfsbereit. Erst gab es wegen der kurzen Entscheidungszeit hinsichtlich der Weiterfahrt eine priorisierte Wartenummer mit kurzer Wartezeit. Der Person am Schalter waren die Hände gebunden. Sie durfte schlicht keine Weiterfahrt in einem ICE erlauben, in dem die Fahrradstellplätze ausgebucht waren. Da eine Weiterfahrt erst kurz nach Mitternacht völlig inakzeptabel war, blieb nur der Nahverkehr, wofür es dann auch eine gerade noch erreichbare Verbindung am Schalter gab mit dem Hinweis, dass das noch klappt, weil die Abfahrt einige Minuten später erfolgen würde. Der Regionalexpress nach Nürnberg Hbf. wurde erreicht und kam einigermaßen pünktlich an. In Nürnberg war reichlich Umsteigezeit, aber auch dort ließ sich keine Weiterfahrt mit Fahrradmitnahme im Fernverkehr organisieren. So blieb nach Proviantaufnahme im Bahnhof nur die Weiterfahrt im Regionalexpress nach Erfurt Hbf.. Wie schon der Zug nach Nürnberg war auch dieser Zug sehr gut gefüllt, nur funktionierte in diesem Zug die Klimananlage nicht und die Fenster ließen sich nicht öffnen, was eine Temperatur von +36 °C im Zug zur Folge hatte. Der Zug kam verspätet in Erfurt an. Der Anschluss nach Göttingen wurde trotz der fahrplanmäßig schon knapp bemessenen Umsteigezeit nur erreicht, weil der wartete. Trotzdem wurde Göttingen fast pünktlich erreicht. Hannover Hbf. wurde sogar pünktlich erreicht, nur eben 3 h 54 min später als gebucht und mit drei zusätzlichen Umstiegen.
Insgesamt machte die während der gesamten Tour herrschende Hitzewelle diese Tour ziemlich kaputt. In der Hitze kam nie richtig Fahrspaß auf. Drei Bergpässe mit insgesamt 896 Höhenmetern bergauf fielen aus. Die dafür zusätzlich gefahrenen 32,6 km waren kein Ausgleich dafür. Dazu kamen noch widrige Randbedingungen, die jede für sich die Tour nicht kaputt gemacht hätten, aber so eben zum unerfreulichen Gesamtpaket passten. Die Gastropreise haben stark angezogen. Dieses Problem dürfte nicht auf die Alpenregion beschränkt sein und sich bei Mehrtagesfahrradtouren auch zukünftig nicht mehr vermeiden lassen. Von den elf gebuchten Zimmern lagen sieben jeweils im Dachgeschoss. Das ist nach einem Tag auf dem Fahrrad schon per se lästig, wenn kein Aufzug vorhanden ist. Bei der Hitze kam in den meisten Fällen eine Überhitzung im Dachgeschoss dazu. Die Bahnrückreise setzte den negativen Schlusspunkt. ☹