Orta Zurna
Orta Zurna 
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  Zurna Der Sackpfeyffer zu Linden
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Die Zurna (Sorna, Mizmar) ist ein Holzblasinstrument mit konischer Röhre, die in einen großen Schallbecher mündet, und einem Doppelrohrblatt. Sie hat acht mittelgroße Grifflöcher inklusive Loch für den linken Daumen. Das obere Ende der Röhre ist mit einem wäscheklammerähnlichen Stück, Capisto genannt, verschlossen. Anders als bei den europäischen Holzblasinstrumenten ist das Daumenloch jedoch nicht das erste Griffloch vom Spieler aus betrachtet, sondern es befindet sich etwa auf halber Höhe zwischen den Grifflöchern für den linken Zeigefinger und den linken Mittelfinger. Diese Grifflochanordnung ist typisch für orientalische Holzblasinstrumente. Gabelgriffe sind sinnvoll einsetzbar. Das Instrument hat einen sehr großen Ziehbereich, bietet also die Möglichkeit die Tonhöhe eines gegriffenen Tons durch Blasdruckänderungen zu verändern. Dadurch kann die Intonation an jede beliebige Tonskala inkl. Mikrotöne angepasst werden. Es sind sogar begrenzt Glissandi spielbar. Die Zurna geht auf antike Vorläufer zurück und ist das älteste bekannte Instrument der Schalmeienfamilie. Sie wird noch heute im gesamten Orient gespielt. Dem entsprechend vielfältig sind die Bauformen. Das Klangspektrum reicht von volltönend bis stark näselnd. Der Klang hat dabei aber immer eine deutliche Schärfe, ist oft sogar rauh und gelegentlich auch etwas kratzig. Alle Instrumente sind sehr laut. Gespielt wird gelegentlich mit Oboenansatz, meist jedoch mit Windkapselansatz und Zirkularatmung, wobei die Lippen durch eine Lippenscheibe entlastet werden. Der Tonumfang der Zurna beträgt etwa 1½…2 Oktaven, wobei einmal überblasen wird. Es gibt im Wesentlichen drei Baugrößen. Die Bekannteste ist die mittlere Zurna (Orta Zurna), deren Tonumfang etwa in der Mitte der eingestrichenen Oktave beginnt. Die kurze Zurna (Cura Zurna) liegt etwa eine Quinte über der mittleren Zurna. Die lange Zurna (Kaba Zurna) liegt etwa eine Quinte unter der mittleren Zurna. Traditionell wird die Zurna nur zusammen mit der Doppelfelltrommel Davul (Dohol) gespielt, die kurze und die mittlere Zurna normalerweise solistisch oder im Duo, wobei dann eine Zurna die Melodie führt und die Andere Borduntöne hält. Die lange Zurna wird auch zu mehreren gespielt, wobei auch hier traditionell nur eine Melodiestimme gespielt wird und andere Zurnaspieler Borduntöne, teilweise auch in Quart- oder Quintabständen, halten. Alle europäischen Instrumente der Schalmeienfamilie gehen letztlich auf die Zurna zurück.

Ein Klangbeispiel für die mittlere Zurna steht zum Download bereit ("Improvisation", eigenes Werk): Orta_Zurna.ogg

Rauschpfeife
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Krummhorn
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© Sönke Kraft, Hannover 2001
letzte Aktualisierung: 25.10.2015